Gedanken

Glaubenssätze – Teil 3 – Wenn ein Gedanke beginnt, dein Leben zu formen.

7. Juni 2026

So, heute geht es um Frage 3 aus “The Work”: Was passiert, wie reagiere ich, wenn ich diesen Satz glaube ?!

“Aus dir wird nie etwas werden” (stellvertretend dein Satz: Ich bin nicht gut genug. Ich kann/ich schaffe das nicht. Mit mir stimmt was nicht. Ich bin falsch. …).

Was passiert, wie reagiere ich, wenn ich in diesen Satz hinein spüre, ihn empfinde und für wahr erachte: 

Im Körper spüre ich direkt, wie sich Traurigkeit breit macht und mit ihr auch gleich Hoffnungslosigkeit. “Aus mir wird nie etwas werden!” Meine Augen füllen sich mit Tränen und meine Schultern senken sich nach vorn. Mein Magen zieht sich zusammen, alles wird irgendwie schwer. Ein Druck lastet auf mir. Es breitet sich das Gefühl von Wertlosigkeit aus.

Ich fühle mich direkt wieder wie ein Kind, was beschämt den Kopf senkt. Hilflosigkeit und Ohnmacht schwingen mit. 

Und ich bin etwas schockiert, wie viel allein in meinem Körper passiert – wie spürbar die Reaktion auf diesen Satz ist. Mit der Überzeugung, dass der Satz wahr ist, stellen sich dann eine Menge Folgereaktionen ein. Und genau hier beginnt die eigentliche Tragweite eines Glaubenssatzes. Denn er bleibt nicht im Kopf. Er bestimmt nicht nur Gefühle oder Körperreaktionen – er beginnt unsere Sicht auf uns selbst, auf andere und auf das Leben zu formen.

In die Welt zu gehen mit dem tiefen Glauben, der eigene Wert sei niedriger als der der meisten anderen, führt unweigerlich zu einem niedrigen Selbst-Bewusstsein. Und dazu die Überzeugung: Es ist eigentlich egal, was ich tue – aus mir wird ohnehin nie was werden. Wie jeder einzelne (oder auch du) damit umgeht, bleibt unterschiedlich. 

Gleich bleibt aber, dass wir die Welt von nun an wie durch einen Schleier sehen, aber nicht, wie sie wirklich ist.

Wenn mein Wert niedrig ist und ich es nie schaffen werde, etwas zu erreichen, nie gut genug bin, oder einfach falsch bin, dann macht das Angst. Und es verunsichert zutiefst. Wie verhalte ich mich nun? Denn die “anderen” könnten bemerken und verurteilen, dass ich anders bin, dass ich falsch bin usw. Dann gehöre ich nicht richtig dazu, dann zwingt mich das, mich oder etwas in mir zu verstecken. Entweder halte ich Eigenschaften (die ich unbewusst als “zu viel” oder “zu wenig” einstufe) zurück oder verstecke sie unter einer Maske oder Rolle (lat. Persona!). 

Ich habe das ziemlich gut beherrscht. Niemand kannte mich wirklich, weil ich überall wusste, wie ich mich zu verhalten hatte. Was ich zeigen und was ich besser verstecke oder zurückhalte. Ein erlernter Selbstschutz hat sich geformt. Dadurch meiden wir aber automatisch auch Menschen, bei denen wir ehrlich sein dürfen. Weil es bedrohlich wirkt.

Die Auswirkung wird (mehr oder weniger) überall sichtbar. Im Beruf kannst du unfassbar erfolgreich sein, aber eben leer im Inneren. Du zeigst, was die Anderen sehen wollen und wertschätzen. Aber eben nicht das, was dir gut täte. 

Oder du traust dich nicht, das zu machen, was du wirklich willst und gibst dich immer mit weniger zufrieden. Auch in Beziehungen stellt jemand, der sich wertlos fühlt, sich und seine Bedürfnisse hintenan, während der Partner, die Kinder, die Freunde oder Eltern sich deutlich  mehr Raum nehmen dürfen. Oder du machst dich unentbehrlich wichtig, um dir Wertschätzung zu sichern. Der Möglichkeiten sind es viele. Welche sind es denn bei dir? Kannst du dich beobachten -wertfrei- und ehrlich dabei sein?

Wir verlieren unsere Freiheit. Die Freiheit, wir selbst zu sein. Und das Gefühl, so wie wir sind, glücklich zu sein. Wir verlieren Leichtigkeit und Freude. Und auch unser Körper wird uns zeigen, dass er mehr Kraft/Energie/Beweglichkeit/etc. verliert und wir zu wenig für ihn da sind. Wir zu wenig nach uns schauen. Nach unserem Innersten.

Es könnte auch sein, dass wir uns abrackern, um unseren Wert doch irgendwie zu steigern. Dann wird unser Wert unweigerlich von Leistung und “gefallen wollen” abhängig.

Und all das ist ein Hamsterrad, ein “im Außen leben” und vor allem eine Trennung von uns selbst, von unserem Inneren. Vielleicht sogar eine Art Ablehnung unserer selbst. Eine Ablehnung des Einzigartigen in uns (vielleicht sogar des Göttlichen Ausdruckes in uns)? 

Weil wir uns wertlos fühlen oder weil wir es eigentlich leid sind, ein Leben zu leben, was unserem Wesen (oder unserer Quelle?) gar nicht entspricht, was uns unecht und nicht authentisch zurücklässt. Für mich ist das der größte Verlust von allem. 

Genau hier verliert ein Leben seine eigentliche Fülle und Tiefe. Das ist viel.

Und die letzte Frage von The Work wäre: Wer bin ich ohne diesen Gedanken? Ohne diese Überzeugung. Darauf möchte ich beim nächsten Mal eingehen. 

Beim Schreiben merke ich schon: Ich weiß es nicht. Und das erschreckt mich. Denn wenn eine Überzeugung mich so lange begleitet hat, wie viel von dem, was ich für “mich” halte, gehört eigentlich zu mir? Und wie viel nur zu diesem Satz?

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