Gedanken

Gefallen müssen…

7. April 2026

Als ich heute über mein Leben nachsann, wurde mir bewusst, wie oft ich versucht habe, anderen zu gefallen. Jemand zu sein, von dem ich dachte, so würde ich gebraucht oder gewollt sein.

Schon vorher zu erspüren:
Was will derjenige? Was ist ihm oder ihr angenehm – und was nicht?

Und mir wurde klar:
Ich kenne und praktiziere das schon so lange.

Dieses genaue Hinschauen. Ein Gesicht lesen oder die Körperhaltung.

Und dann abschätzen: Jetzt kann ich etwas sagen. Jetzt besser still sein oder den Raum verlassen.

Oder schnell noch etwas tun – einen Kaffee kochen, etwas richten, damit es ruhig bleibt.

Nicht auffallen. Nicht anecken.

Das war schon ganz normal für mich und fiel mir gar nicht mehr auf.

Dieses feine Anpassen.
Dieses ständige Spüren, wo ich stehen darf – und wo nicht. Ein ewiges Abwägen und vor allem im Außen sein. Ich war gar nicht mehr bei mir. Hab mich nicht mehr gefragt: Ist das stimmig für mich? Tut mir das gut?

Lebe ich denn, um anderen zu gefallen? Um anderen Gefallen zu tun? Statt mir selbst nahe zu sein! Aber offenbar hatte ich das nie gelernt. Dabei sagt das Wort GeFALLEN uns ja schon, was passiert: Wir fallen. Und zwar aus uns selbst heraus.

Und manchmal erschrecke ich, wenn ich mich dabei ertappe,wie ich es gewohnheitsmäßig einfach weitergebe. Wenn ich meine eigenen Kinder korrigiere, sie darauf aufmerksam mache,
wann etwas günstig ist – und wann besser nicht.

Wo habe ich eigentlich gelernt, dass ich mich so sehr anpassen muss,
um in Ordnung zu sein?

Aber ich bin überzeugt: etwas Neues beginnt nicht damit, es sofort anders zu machen – sondern damit, es überhaupt zu bemerken. Achtsamer im Hinblick auf sich zu werden.

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