Gedanken

Glaubenssätze -Teil1- Finden und sich bewusst werden

31. Mai 2026

Wir alle haben sie. wir alle leben (zumeist unbewusst) nach ihnen. Glaubenssätze. Es sind mehr, als man sich so vorstellen kann. Auch ich trage noch immer einige und komme auf eine beachtliche Zahl.

Doch wer bin ich wirklich? Also ohne diese Glaubenssätze? Das will ich im Grunde wissen. Denn all diese Sätze kommen aus meiner Vergangenheit. Letztlich ist diese aber Geschichte. Das war mal so. Also, was bleibt, wenn ich diese Sätze nicht mehr glaube? Leere vielleicht? Angst? Oder sogar Freude und Freiheit?

Aber ich empfand es so anstrengend, all diese Sätze durchzugehen, zu transformieren und immer wieder auf neue zu stoßen. Furchtbar!

Und dann höre ich noch die Stimmen der Coaches: Du musst sie transformieren, einen “neuen Rahmen” geben usw. Aber einfach umformen und als neue Affirmation verwenden? So einfach ist es nicht. Es ist eben nicht reine Kopfarbeit, unser ganzes System lebte schließlich nach diesen Sätzen. Sie bilden teilweise unser Fundament! Es geht also tiefer.

Nun wollte ich also den einen finden, der über den meisten anderen bei mir steht. Und, so glaube ich zumindest, ich habe ihn gefunden.

Und noch etwas: Wie bearbeite ich ihn? Mich fasziniert die Vorgehensweise von Katie Byron in “The Work”. Vor Jahren probierte ich mich darin und hörte in meiner Ungeduld, es müsse schnell gehen, wieder auf. Doch ich dachte immer wieder daran und heute begegnete mir das Werk bzw. die 4 Fragen darin erneut. Und dieses Mal möchte ich mich den Fragen stellen. Bis in die ganze Tiefe, die mich damals noch erschreckte. 

Also hier die vier Fragen:

  1. Ist das wahr?
  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit sagen, dass das wahr ist?
  3. Wie reagierst du, was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst?
  4. Wer wärst du ohne diesen Gedanken?

Und danach noch etwas Wichtiges: die Umkehrung.

Das heißt also, wir durchleuchten eine Wahrheit/Annahme, die wir für absolut halten. Und schauen, wie viel Wahrheit eigentlich darin steckt. Und vor allem, was es aus uns macht, wenn wir es glauben und ob wir das wirklich sind. Es liegt also in der Art und Weise, wie wir uns und das Leben betrachten. Und das können wir ändern. Zumindest ernsthaft hinterfragen.

Ich habe für mich einen Satz gefunden, der mich mein ganzes Leben bereits beeinflusst. Ihm unterliegen aber viele andere. Und hier möchte ich auch dir empfehlen: Horch doch mal, welche Sätze in dir auftauchen und schreib sie alle auf. Und dann finde grundsätzliche Verbindungen zwischen ihnen.

Bei mir war der größte Satz: Aus dir wird nie etwas werden.

Und viele Sätze schwangen gleich mit: Du bist nichts. Du hast nichts. Aus dir wird nichts. Du bist zu dumm zu…. Was ist mit dir nicht richtig? Was läuft bei dir falsch? D.h.: Ich bin falsch, nicht richtig und natürlich nicht gut genug. Den Kopf nur zum Haare kämmen… und ich könnte es noch weiter ausführen. Aber es tut nicht Not an dieser Stelle.

Woher er kommt, muss ich nicht sagen. Jeder einzelne eine verbale Ohrfeige. Viele von uns  bekommen im Heranwachsen solche Sätze zu hören. Nicht alle machen was mit uns. Nur die, die wir glauben. Und das war meiner. Den begann ich irgendwann zu glauben. 

Indem wir Glaubenssätze Glauben (nicht nur denken!) schenken, gehen wir in Übereinstimmung, in Überzeugung. Wir bezeugen so die Stimmigkeit und geben die Erlaubnis, das so erleben zu “wollen”. Wir gehen in Resonanz und geben eine innere Zustimmung. Natürlich ist das kein bewusster Ablauf. Wir realisieren diesen ja meist erst Jahre später (wenn überhaupt). Und erst, wenn uns das bewusst wird, können wir genauer hinschauen und diese “Überzeugung” ändern und uns neu entscheiden.

Und das Leben scheint unsere tiefsten Überzeugungen immer wieder zu berühren – als würde es uns fragen: Glaubst du das wirklich nocht?!

Komm mit mir auf Ent-Deckungsreise und Ent-Wickle dich selbst von allem, was nicht dir gehört. Damit du dich erinnerst, wer du wirklich bist. 

Wenn dich dieser Text berührt oder unterstützt hat und du meine Arbeit wertschätzen möchtest, kannst du das hier tun.

← Zurück zum Blog