Es gibt eine Art von Stille, die sich nicht erzwingen lässt.
Nicht die Stille, die entsteht wenn man das Handy weglegt oder die Tür schließt. Sondern die andere – die, die von innen kommt. Die, die sich erst zeigt wenn man aufgehört hat, gegen sich selbst anzukämpfen.
Ich habe lange geglaubt, Stille sei das Fehlen von Lärm. Dass ich sie finden würde, wenn ich nur weit genug wegfahre. In die Berge. Ans Meer. Irgendwo ohne WLAN.
Aber Stille ist kein Ort.
Sie ist ein Zustand. Ein Moment, in dem der innere Kommentator kurz aufhört zu reden. In dem du nicht bewertest, nicht planst, nicht grübelst. In dem du einfach nur da bist – mit dem, was ist.
Das klingt einfacher als es ist.
Weil wir es verlernt haben, nichts zu tun. Weil Stille sich anfangs oft nach Leere anfühlt. Und Leere macht uns unruhig.
Aber wenn du lange genug in der Stille bleibst, passiert etwas Seltsames: Du hörst dich selbst wieder. Nicht die Stimme, die sagt was du tun sollst. Sondern die, die weiß wer du bist.
Diese Stille ist es, nach der ich suche. Jeden Tag. Manchmal finde ich sie. Manchmal nicht.
Aber ich höre nicht auf zu suchen.